Kontraktionen und Expansionen seit 1854
Die Tabelleneinteilung wurde geändert, so dass die einzelnen Rezessionen besser abzulesen sind.
| Referenzdaten der Konjunkturzyklen | Dauer in Monaten | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Peak - Hoch | Trough - Tal | Kontraktion | Expansion | Zyklus | |
Daten der Quartale in Klammern |
Hoch bis Talsohle |
vorherige Tal bis Hoch |
Talsohle bis vorherige Tal |
Hoch bis vorherige Hoch |
|
|
Juni 1857 (II) Oktober 1860 (III) April 1865 (I) Juni 1869 (II) Oktober 1873 (III) März 1882 (I) März 1887 (II) Juli 1890 (III) Januar 1893 (I) Dezember 1895 (IV) Juni 1899 (III) September 1902 (IV) Mai 1907 (II) Januar 1910 (I) Januar 1913 (I) August 1918 (III) Januar 1920 (I) Mai 1923 (II) Oktober 1926 (III) August 1929 (III) Mai 1937 (II) Februar 1945 (I) November 1948 (IV) Juli 1953 (II) August 1957(III) April 1960 (II) Dezember 1969 (IV) November 1973 (IV) Januar 1980 (I) Juli 1981 (III) Juli 1990 (III) März 2001 (I) Dezember 2007(IV) |
Dezember 1854 (IV) Dezember 1858 (IV) Juni 1861 (III) Dezember 1867 (I) Dezember 1870 (IV) März 1879 (I) Mai 1885 (II) April 1888 (I) Mai 1891 (II) Juni 1894 (II) Juni 1897 (II) Dezember 1900 (IV) August 1904 (III) Juni 1908 (II) Januar 1912 (IV) Dezember 1914 (IV) März 1919 (I) Juli 1921 (III) Juli 1924 (III) November 1927 (IV) März 1933 (I) Juni 1938 (II) Oktober 1945 (IV) Oktober 1949 (IV) Mai 1954 (II) April 1958 (II) Februar 1961 (I) November 1970 (IV) März 1975 (I) Juli 1980 (III) November 1982 (IV) März 1991 (I) November 2001 (IV) Juni 2009 (II) |
-- 18 8 32 18 65 38 13 10 17 18 18 23 13 24 23 7 18 14 13 43 13 8 11 10 8 10 11 16 6 16 8 8 18 |
-- 30 22 46 18 34 36 22 27 20 18 24 21 33 19 12 44 10 22 27 21 50 80 37 45 39 24 106 36 58 12 92 120 73 |
-- 48 30 78 36 99 74 35 37 37 36 42 44 46 43 35 51 28 36 40 64 63 88 48 55 47 34 117 52 64 28 100 128 91 |
-- -- 40 54 50 52 101 60 40 30 35 42 39 56 32 36 67 17 40 41 34 93 93 45 56 49 32 116 47 74 18 108 128 81 |
Durchschnitt - alle Zyklen 1854-2009 (33 Zyklen) 1854-1919 (16 Zyklen) 1919-1945 (6 Zyklen) 1945-2009 (11 Zyklen) |
16 22 18 11 |
42 27 35 59 |
55 48 53 73 |
55* 49** 53 66 |
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| * 32 Zyklen ** 15 Zyklen |
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In Fettdruck und Kursiv die Expansionen in Kriegszeiten
(Civil War, Weltkrieg I und II, Korea-Krieg, Vietnam-Krieg) |
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Quelle: NBER; the U.S. Department of Commerce, Survey
of Current Business, October 1994, Table C-51 |
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Die Definition einer Rezession des NBER - National Bureau of Economic Research - differiert von der langläufigen Meinung, diese sei vorhanden, wenn das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinander folgenden Quartalen eine negative Wachstumsrate aufweist.

Graphik der annualisierten Wachstumsrate des BIP ab 1990.
Demnach zeigt eine Rezession einen signifikanten Aktivitätsabschwung der Volkswirtschaft in den Bereichen
der länger als nur ein paar Monate anhält.
Daher wird der "Peak" des Konjunkturzyklus, der mit dem Beginn der Rezession gleichzusetzen ist, frühestens sechs Monate nach dessen Auftreten bekannt gegeben. Die Rezession endet bei Erreichen des Konjunkturtiefs (="trough"). Zwischen einer Talsohle und dem Peak befindet sich die Konjunktur in einer Expansion. Das NBER bezeichnet die Expansion als normalen Status einer Volkswirtschaft, die meisten Rezessionen seien kurz und vor allem selten in den letzten Jahrzehnten.
Das NBER hat sich von der üblichen Definition gelöst, in der eine Rezession dann als vorhanden angesehen wird, wenn die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in zwei aufeinander folgenden Quartalen negativ ausfällt, da das BIP nur vierteljährlich veröffentlicht wird und kontinuierlich revidiert wird, z. T. erst Jahrzehnte später. Die angesprochenen vier Parameter werden monatlich publiziert; eine Einschätzung kann so zeitnaher erfolgen.
Am 17.7.2003 legte das NBER das Ende der Rezession mit Beginn im März 2001 auf den November 2001 fest. Im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen stellt das NBER in seiner Begründung die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes in den Vordergrund
aus der Pressemitteilung
des NBER die Charts:
Der Verlauf der einzelnen Indikatoren seit Mai 2000 vs. Durchschnitt
der letzten sechs Rezessionen (blaue Linie) mit dem Schnittpunkt November
2001 bzw. viertes Quartal 2001:

das reale Bruttoinlandsprodukt zeigte nach der zuletzt durchgeführten Revision für das erste bis dritte Quartal 2001 ein rückläufiges Wachstum von annualisierten -0,6%, -1,6% resp. -0,3%. Seither ist zwar ein Steigen des BIP zu beobachten, welches sich aber in den letzten zwei Quartalen abgeschwächt hat und immer noch unterhalb des Durchschnitts der letzten sechs Rezessionen liegt.

die realen privaten Einkommen ohne Transferleistungen sanken im Vergleich zu vorherigen Rezessionen weder deutlich ab, noch war eine nachhaltige Verbesserung bemerkbar, so dass sich im Vergleich eine stagnierende Entwicklung zeigt - Realeinkommen des BLS im proz. Jahresvergleich ab 1965 - Graphik

Beschäftigung - die Talsohle des Stellenabbaus wurde im Oktober 2001 durchschritten; seither reduzierte sich dieser; zwischenzeitlich wurden im Sommer/Herbst 2002 sogar neugeschaffene Stellen gesehen, aber mittlerweile werden erneut mehr Menschen entlassen als eingestellt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Rezessionen ist auf dem Arbeitsmarkt keine Erholung zu sehen.
folgender Chart von Ned Davis - gefunden bei Comstock.com - zeigt die Entwicklung der Industrieproduktion; allerdings hier noch unter der Annahme, dass die Rezession im Dezember 2001 beendet wurde:

die Industrieproduktion - nach einem Peak im Juni 2000 ging es 18 Monate abwärts bis zum Tiefststand im Dezember 2001. In der Folge war zunächst ein Ansteigen bis zum Juli 2002 zu beobachten, bevor die Industrieproduktion stagnierende oder sogar rückläufige Werte zeigte.
Vorhersage einer Rezession:
Verwendung finden Frühindikatoren,
so der Leading
Index des Conference Boards, der aus 10 Komponenten
besteht und von dem angenommen wird, dass das Rezessionsrisiko steigt,
sollte dieser Index in drei aufeinanderfolgenden Monaten rückläufig
sein. Die Aussagekraft ist allerdings eingeschränkt, so ist die
Vorlaufzeit in der Vergangenheit nicht konstant gewesen, teilweise
wurden falsche Signale ausgesendet.
Weitere Frühindikatoren sind der wöchentlich publizierte
ECRI
Leading Index, der aus sieben Komponenten besteht. Zu dem Index
wird die 6 Monate geglättete Wachstumskurve veröffentlicht,
die wöchentliche Fluktuationen begradigt.
die Frühindikatoren des Conference Boards auch hier in einem Chart von Ned Davis:

Datei erstellt 2003